Podcast-Folge 131

vom 07.03.2026

Warum die Unterscheidung von Angst und Blockade so wichtig ist

Trotz Angst Erfahrungen machen: geht.
Also kann man mit der Angst umgehen und aus Erfahrung die Angst verlieren.

Trotz Blockade Erfahrungen machen: geht nicht.
Aber ohne Blockade geht alles.
Einschließlich der Erfahrung, wie sich Blockaden umgehen lassen.

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Über mich


Ich bin Christine Winter

... und ich hatte Selektiven Mutismus, bis ich Mitte Dreißig war. 

Heute unterstütze ich Erwachsene, die ihre Sprechblockaden hinter sich lassen wollen, sowie Familienangehörige und professionelle Helfer beim Mutismus verstehen.

Es ist nicht das Gleiche, ob da Angst ist oder eine Blockade. Also behandle es auch unterschiedlich.

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Zusammenfassung der Folge

mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt

Selektiver Mutismus wird oft als Angststörung bezeichnet, da er neuerdings (scheinbar) so eingestuft wurde. Doch es ist wichtig, den Zustand im Mutismus und den Zustand in einer Angst klar zu unterscheiden.

Was ist Angst?

Eine Angststörung zu haben bedeutet, dass jemand über eine (in dem Moment gar nicht reale) Gefahr übermäßig viel nachdenkt. Und das beeinträchtigt das Leben.

Typische Behandlung bei Angststörungen:

  • Kognitive Auseinandersetzung: Realistisch prüfen, ob Gefahr besteht.
  • Erfahrungen sammeln: Immer wieder erleben, dass nichts Schlimmes passiert.
  • Mutig sein und sich der Angst stellen.
  • Training und Gewöhnung.
  • Belohnungssysteme für erwünschtes Verhalten.
Was ist eine mutistische Blockade?

Die Blockade ist eine vom Körper ausgelöste Reaktion auf Überforderung. Der Körper zieht sich quasi zusammen, wird starr, das Gesicht zeigt keine Mimik mehr, die Person wirkt wie „nicht da“. Anders als bei Angst zeigt sich hier keine Aktivierung, sondern Handlungsunfähigkeit – besonders deutlich wird das dann in der Kommunikation.

Wichtig:

  • Die Blockade hat keinen konkreten Inhalt oder benennbare Ursache.
  • Sie dauert so lange, bis die Überforderung weg ist – das kann unvorhersehbar lang sein.
  • Die Person kann die Blockade nicht willentlich überwinden.
Was hilft bei einer mutistischen Blockade?

Nicht das Fordern von Mut oder Überwindung, wie bei Angst. Stattdessen:

  • Akzeptieren, dass eine Blockade da ist.
  • Die Situation verändern, Überforderung unterbrechen.
  • Nicht provozieren oder Druck ausüben.
  • Sicherheit in die Situation bringen und nicht die Blockade beseitigen wollen.

Das beste Herangehensweise liegt in der Blockaden-Prophylaxe:
Wenn keine Blockade droht einen „sicheren Ort“ etablieren, an dem keine Überforderung entsteht. Dieser sichere Ort kann sowohl ein äußerer Rückzugsraum als auch ein innerer Zustand, der Handlungsfähigkeit zurückgibt, sein.

Angst und Blockade – zwei unterschiedliche Zustände
  • Angst bedeutet starke Aktivierung und intensive Gefühle.
  • Blockade bedeutet das Gegenteil: Abwesenheit von Kontakt, Gefühlen und Handlungsfähigkeit.

Mutismus-Betroffene können durchaus Angst entwickeln, meist wenn sie nicht in der Blockade sind. Diese Angst unterscheidet sich jedoch in jeder Hinsicht von der mutistischen Blockade.

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