Ich versuche eine Antwort zu einer Frage zu geben, die extrem häufig gestellt wird, wenn es um Selektiven Mutismus geht. Aber ich sage es gleich: Ich fühle mich dazu überhaupt nicht als Expertin. Denn das Thema ist mega-komplex - selbst, wenn es von Fachleuten besprochen wird, die sich darauf spezialisiert haben.
Daher muss ich es sehr vereinfachen, wenn ich meine persönlichen Gedanken dazu formuliere.
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Über mich
Ich bin Christine Winter
... und ich hatte Selektiven Mutismus, bis ich Mitte Dreißig war.
Heute unterstütze ich Erwachsene, die ihre Sprechblockaden hinter sich lassen wollen, sowie Familienangehörige und professionelle Helfer beim Mutismus verstehen.
Es ist kompliziert - aber eine spannende Frage...
In dieser Folge vom Mutismus-Podcast
- gebe ich ein paar Beispiele dafür, das vererbt nicht das Gleiche wie unabwendbar oder unveränderlich heißt.
- Dann versuche ich mich an einem Vergleich, bei dem eine Kiste Bausteine eine wesentliche Rolle spielt und
- schließlich geht es mir darum, den Blick auf das zu lenken, was jeder von uns auf jeden Fall tun kann, um sich gut zu tun - egal, was wir bei der Verteilung der Gene bekommen haben.
Lass uns über Sprechblockaden reden!
Wenn du dich gerne mit mir weiter über Mutismus austauschen möchtest...
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Zusammenfassung der Folge
mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt
In der Podcast-Folge spreche ich über eine Frage, die mir oft gestellt wird: Wird selektiver Mutismus vererbt?
Ich bin keine Genetik-Expertin (über das hinaus, was man in der Schule in Biologie lernt). Aber ich mache mir - gerade wen es um Mutismus geht - natürlich so meine Gedanken und möchte meine persönlichen Beobachtungen und Überlegungen mit dir teilen.
Vieles, was wir als "genetisch" definieren, ist gar nicht so unabänderlich, wie es den Anschein hat. Zum Beispiel hat sich meine Augenfarbe im Laufe meines Lebens verändert; sie war blau als Baby, dann ziemlich kräftig bran und ist jetzt ein helles Braun mit grauem Rand. Ähnlich war es bei meiner Haarfarbe: von flammend Rot bei Geburt zu einem undefinierbaren Braun (und zunehmend Grau) heute. Diese Veränderungen zeigen mir, dass unsere Gene durchaus eine Bandbreite für Veränderungen mitbringen.
Wenn ich an genetisches Material denke, vergleiche ich es gerne mit einer Kiste voller Legosteine – wir haben viele Bausteine zur Verfügung für unzählige Kombinationen. Die Epigenetik spielt hierbei eine Rolle: Je nachdem was das Leben fordert, werden bestimmte Gene aktiviert oder bleiben ungenutzt.
Stress beeinflusst unser genetisches Material erheblich. Zu viel Stress kann Symptome hervorrufen oder bestehende verstärken – auch dies ist teilweise genetisch bedingt. Aber wie sehr wir darauf reagieren können und uns anpassen (oder eben nicht), zeigt die Komplexität des Ganzen auf.
Die einzige Studie, die ich zum Thema Genetik und selektivem Mutismus kenne, bleibt vage; sie deutet darauf hin, dass zwar einige Gene beteiligt sein könnten, aber Stress ebenfalls eine große Rolle spielt. Für mich macht daher die Frage "Ist Mutismus erblich?" in der Praxis wenig Sinn; ob erblich oder nicht - das Ziel bleibt gleich: Stress reduzieren und Handlungsfähigkeit fördern.
Fazit: Selektiver Mutismus zählt nach aktuellem Stand nicht zu den erblichen Krankheiten. Das bedeutet nach allem, was man derzeit weiß: Kein spezielles Gen macht jemanden mutistisch.