Für Menschen mit Selektivem Mutismus ist eines besonders wichtig: stabiler Kontakt.
Denn Unsicherheit in einer Begegnung ist DER Auslöser für mutistische Blockaden.
Also liegt die Frage auf der Hand: Was bedeutet in diesem Zusammenhang "stabil"?
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Was hältst du davon, im Laufe eines Tages mal zu erspüren, auf wievielerlei unterschiedliche Arten du Kontakt wahrnimmst?
Zum Beispiel,
- wenn du entspannt bist - oder wenn du angespannt bist,
- wenn du dich auf bzw. über jemanden freust,
- wenn du besorgt bist, ob du vielleicht störst oder nervst,
- wenn du müde, hungrig oder aus anderen Gründen schlecht gelaunt bist,
- wenn du überrascht wirst,
- wenn du eigentlich lieber deine Ruhe hättest…
Da wird es ganz sicher spürbare Unterschiede geben.
Über mich
Ich bin Christine Winter
... und ich hatte Selektiven Mutismus, bis ich Mitte Dreißig war.
Heute unterstütze ich Erwachsene, die ihre Sprechblockaden hinter sich lassen wollen, sowie Familienangehörige und professionelle Helfer beim Mutismus verstehen.
Mutismus bedeutet nicht nur Schweigen. Es bedeutet oft auch, nicht „wirklich da“ zu sein.
Ältere Podcast-Folgen, die thematisch gut passen:
- 132 | Was Kontakt ausmacht
- 097 | Wie kann das sein, dass Sprechen nicht geht?
- 082 | Angenehm Schweigen – gibt es das (für MutistInnen)?
Lass uns über Sprechblockaden reden!
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Zusammenfassung der Folge
mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt
Für Menschen mit Selektivem Mutismus ist eines besonders wichtig: stabiler Kontakt. Denn Unsicherheit ist DER Auslöser für mutistische Blockaden. Es geht nicht einfach um eine von vielen Ursachen, sondern um die entscheidende Grenze zwischen einer angenehmen Begegnung und dem Gefühl von Hilflosigkeit und Isolation.
Was bedeutet stabiler Kontakt?
Stabil ist für mich ein Kontakt, bei dem das Gegenüber ganz klar und spürbar präsent ist. Dieses klare „Da-Sein“ sorgt automatisch für ein sicheres Gefühl. Und Sicherheit ist das, was mutistische Blockaden verhindern kann.
Unsicherheit entsteht oft nicht durch äußere Gefahren, sondern durch das eigene Gefühl. Wenn wir in einer Gruppe sind und keine echte Verbindung spüren, wird die Atmosphäre schnell angespannt. Das spüren Menschen mit Mutismus besonders stark – schon ein kleines ungutes Gefühl reicht aus, um die Blockade auszulösen.
Kennst du das Gefühl, in einem Raum voller Menschen zu sein und trotzdem zu denken: „Keiner ist wirklich da“? Nicht die Anwesenheit zählt, sondern das spürbare Miteinander. Wenn dieses fehlt, fühlt man sich isoliert – trotz der Menschen um einen herum.
Mein Tipp für den Alltag:
Versuche mal bewusst wahrzunehmen, wie du Kontakt erlebst – in verschiedenen Situationen und Stimmungen. Beobachte, wie sich dein Gefühl ändert, wenn du entspannt bist oder angespannt, ob du dich auf jemanden freust oder eher zurückziehst.
Was ich heute anders mache:
Früher war ich oft unsichtbar, um mich zu schützen – ich gab keinen Anker für Kontakt. Heute entscheide ich mich bewusst dafür, spürbar zu sein. Ich werde zum Anker für andere, und so entsteht Verbindung ganz natürlich. Plötzlich ist Sprechen nicht mehr fremd oder schwer – sondern möglich und echt.
Mutismus bedeutet nicht nur Schweigen. Es bedeutet oft auch, nicht „wirklich da“ zu sein. Deshalb ist stabiler Kontakt so wichtig – er schafft die Basis, um blockierende Ängste zu überwinden.


